von Annika am 10.5.2010, um 21:12
…sitze ich nun und drücke mich davor, die letzten Sachen einzupacken. Ja, mein zweites Semester hier ist nun auch zu Ende und es ging – wie zu erwarten war – viel zu schnell. Es geht zwar noch nicht gleich nach Hause, aber die Zeit an der Uni hier ist definitiv vorbei. Bis in Trier wieder gebraucht werde dauert es noch, und ich werde die freie Zeit nutzen noch ein wenig durch Florida und Kalifornien zu reisen und einen kleinen Abstecher zum Grand Canyon und nach Las Vegas zu machen. “Wir”, das sind Tom, seine Schwester Annie und meine Wenigkeit. Ich freue mich total auf unsere Reise und ich bin mir sicher, dass es supertoll werden wird. Nur leider wird meine Freude ein wenig durch die nahende Abreise und die damit verbundenen Abschiede getrübt. Das ist zwar schade, aber irgendwie muss es auch so sein. Würde ich mich jetzt uneingeschränkt freuen hier wegzugehen, dann hieße das vermutlich, dass es mir nicht gefallen hat. Von dem her sollte ich mich wohl darüber freuen, dass mir der Abschied so schwer fällt auch wenn sich diese Gefühle nur schwer miteinander vereinbaren lassen.
Wenn ich zurück blicke muss ich sagen, dass ich wirklich unglaublich froh bin, dass ich dieses Auslandsjahr gemacht habe. Ich wusste ja eigentlich schon seit meinem High School Jahr dass ich während des Studiums noch mal in die USA will. Und trotzdem, kurz vor meinem Abflug im August habe ich mich mehr als einmal gefragt, ob das wirklich eine gute Idee ist und meine ersten Wochen hier in Texas waren auch nicht immer so berauschend. Und gerade weil es nicht immer einfach war, bin ich nun so froh, es genau so gemacht zu haben. Ich muss auch sagen, dass ich ein wenig stolz darauf bin, nach Texas gegangen zu sein. An eine Uni, die so klein ist, in eine Stadt, die so tot ist, dass sie den Namen „Stadt“ gar nicht verdient hat, und in einen Staat, bei dem mich die meisten Leute vor meinem Abflug nur ungläubig angestarrt haben und gefragt haben „Warum um Himmels Willen Texas?!“ Ja , warum? Weil Texas anders ist. In vielerlei Hinsicht. Die Unterschiede zwischen meinem Leben in Deutschland und meinem Leben in Texas waren immens, und sie haben meinen Aufenthalt hier stark geprägt. Es waren diese Unterschiede, die mir am Anfang das Leben schwer gemacht haben und mich fast in den Wahnsinn getrieben habe. Aber wenn ich eine Sache hier gelernt habe, dann ist es Unterschiede zu beobachten ohne sie zu verurteilen. Und wenn man sich drauf einlässt, sind es eben die Unterschiede, die man irgendwann anfängt wertzuschätzen. Ein Beispiel damit ihr vorstellen könnt, was ich meine: Am Anfang ist es mir sehr schwer gefallen an so einer kleinen Uni zu sein, die zu dem auch noch sehr abgeschieden ist. Im Nachhinein bin ich aber so froh, weil ich glaube, dass ich dadurch sehr viele Leute in kurzer Zeit intensiv kennen gelernt habe. Und zwar nicht nur Austauschstudenten, sondern „echte“ Amis. Ob das an einer großen, anonymeren Uni so einfach möglich gewesen wäre? Ich glaube nicht.
Dass das nun alles vorbei sein soll kann ich noch nicht so recht glauben und ich kapiere es wahrscheinlich auch erst dann, wenn ich irgendwann im Juni am Stuttgarter Flughafen lande und alle um mich rum plötzlich Deutsch sprechen. Das wird sicher gewöhnungsbedürftig nach so einer langen Zeit in Amerika. Eines steht jedenfalls fest: Das war mit Sicherheit nicht mein letzter längerer Auslandsaufenthalt, dafür gefällt mir das Reisen einfach viel zu gut. Ich freue mich auf zu Hause, aber ich hab auch schon jetzt ein bisschen Fernweh.
von Annika am 3.4.2010, um 17:29
Hallo liebe Leser, (falls es noch welche gibt…) eigentlich wollte ich ja heute in die Bibliothek um mich wie eine gute Studentin auf meine Prüfungen vorzubereiten und mit meinen drei Hausarbeiten anzufangen vor denen es mir graut – aber die Bibliothek ist zu! Der Albtraum aller Studenten Liegt wohl daran, dass gerade Osterferien und ich, zur Würdigung dieses Festes, ganze zwei Tage frei bekommen habe. Da es draußen gerade unerträglich heiß ist, sitze ich nun also drinnen im angenehm kühlen Klima-Anlagen-Klima und erwecke den längst tot geglaubten Blog wieder zum Leben. Seit meinem letzten Blogeintrag ist viel passiert und ich kann kaum glauben, dass sich meine Zeit hier schon dem Ende zu neigt. So ein klitzekleines Jahr ist eben doch garnichts.
Nun mal eben zur Uni: Die Kurse sind gut, lehrreich und arbeitsintensiv und wenn jemand mehr wissen mag, darf er/sie gerne nachfragen, denn ich will jetzt nicht alle ungefragt mit meinem Unikram zusülzen.
Und jetzt zu den wichtigen Dingen des Lebens: In den letzten Wochen bin ich extrem viel durch Texas gereist und habe viele tolle Städte und Dinge gesehen. Im Februar war ich ein Spiel der San Antonio Spurs gucken. Ich bin ja sonst nicht so jemand, der sich gerne Sport anguckt, aber in einem echten Stadium macht das auf jeden Fall viel mehr Spaß als am Fernseher. Und die Spurs sind, soweit ich das beurteilen kann ein ziemlich tolles Team. Sie haben an dem Tag auch extra für mich – weil ich Geburtstag hatte – gewonnen.

Ich wusste ja, dass Texas groß ist, aber irgendwie ist es schon beeindruckend, dass man stundenlang in den Süden, Norden, Westen oder Osten fahren kann ohne jemals auch nur in die Nähe einer Grenze zu kommen. Eigentlich hatte ich ja vor in den Frühlingsferien (engl. Springbreak;) ) mal einen Abstecher nach Mexico zu machen, denn es ist eigentlich ganz in der Nähe. Allerdings wurde vor einigen Wochen irgendein Mexikanischer Drogenboss erschossen und nun gibts im Grenzgebiet die ganze Zeit Schießereien um zu bestimmen, wer der neue Boss ist. Da ich sehr an meinem Leben hänge und mir gesagt wurde, dass die auch gerne auf Touristen schießen, die da gerade Urlaub machen, hab ich von dieser Idee wieder Abstand genommen. Daraus wurde dann die Idee geboren in den Ferien mit Tommy Knoxville und einigen meiner Freunde hier von der Uni die wichtigsten Städte in Texas zu besuchen. Wir waren in Austin, was nicht nur die Hauptstadt sondern auch eine liberale Insel im konservativen Texas ist, in Houston, in San Antonio und in Galveston. Galveston liegt direkt am Golf von Mexico und wir konnten schön am Strand liegen, unseren Drachen steigen lassen und Meerjungfrau Tom im Sand eingraben.
 
An Toms Geburtstag waren wir in Austin und haben uns in den teilweise sehr ungewöhlichen Läden umgesehen. Wie man sehen kann, hatten wir jede Menge Spaß dabei.
 
Leider gingen die Ferien wieder mal ziemlich schnell vorbei und Tom musste zurück nach Knoxville fliegen. Für mich ging es nach nur zwei Wochen Uni schon wieder auf die nächste Reise denn es gab wieder einen Ausflug für die internationalen Studenten. Dieses Mal ging es nach Dallas und Fort Worth. In Dallas waren wir im Sixth Floor Museum. Das ist ein Museum im sechsten Stock des Hauses von dem aus John F. Kennedy erschossen wurde. Das Museum war super interessant. Mir war vorher garnicht klar, dass es bis heute nicht 100%ig bewiesen ist, wer eigentlich Kennedy erschossen hat und was genau passiert ist.

Von dem roten Haus ganz links, aus dem Fenster oben an der Ecke soll – angeblich – geschossen worden sein. Kennedys Auto war direkt hier auf der Straße, die man im Bild sieht.
Nach dem Museum waren wir in Fort Worth, was ja die Partnerstadt von Trier ist. Ich hab in ganz Texas noch keine Stadt gesehen, die so “Texanisch” aussieht. Meine ganzen Vorurteile sind also endlich wahr geworden
  
Es gab Cowboys, lachende Pferde, und Kühe (Longhorns). Meine Zimmermitbewohnerin Virginie und ich durften sogar auf “Big Jake” reiten.
Nun bin ich wieder zurück an der Uni und der Ernst des Lebens fängt wieder an, denn in wenigen Wochen sind Abschlussprüfungen und ich muss meine Hausarbeiten abgeben. Es kommt also eine anstrengende Zeit auf mich zu aber ich werde meine letzten Wochen hier auf jeden Fall sehr genießen.
von Thomas am 4.2.2010, um 18:54
Die neue Truppe von Internationalen, die ich seit nun gut dreieinhalb Wochen kenne, sind so unfassbar anders als die vom letzten Semester. Von den “alten Hasen” sind noch 8 oder so da, wenn man mich mit einrechnet, und die anderen, was, gefühlten 70 Leute sind weg. Wurden aber allesamt durch neue ersetzt.
Der größte Wandel ist meinem Gefühl nach, dass die Franzosen und die Deutschen (bis auf jeweils einen, im letzteren Fall mich) weg sind und primär (mit jeweils einer Ausnahme) durch Skandinavier ersetzt wurden. Nach wie vor ist kein einziger Italiener dabei (was ich irgendwie komisch finde). Außerdem sind einige Chinesen durch Europäer ersetzt worden, und es sind mehr Osteuropäer dabei, die alle Australier verdrängt haben, wie es scheint.
Angeblich gibt es irgendwo drei, vier Polen, die ich aber noch nicht gesehen habe. Die Skandinavier kenne ich alle, unseren Quoten-Kanadier kenne ich auch, die eine Landsdame (von der Berfusakademie Mannheim und Ursprünglich aus Erlangen, falls es jemanden interessiert) und ihre mexikanische Mitbewohnerin habe ich kennen gelernt und einen Südkoreaner haben wir auch.
Insgesamt hänge ich mit einer völlig anderen Truppe herum als letztes Semester. Grund dafür ist vermutlich der Abschied von Brad, meinem vorherigen Mitbewohner aus Australien. Brad hatte einen Freundeskreis aus primär amerikanischen, australischen und britischen Studenten, und ich bin da fast immer mitgegangen, denn Brad war super.
Morten, sein Nachfolger, ist Norweger, schonmal gar nicht so aufs Feiern eingestellt und insgesamt eher ruhig. Täglich verbringt er nach eigener Aussage zwischen 4 und 8 Stunden mit seiner Freundin via Skype. Er ist ein netter Kerl, aber einfach nicht so offen wie Brad. Folgerichtig sind die paar Leute, die aus dem Freundeskreis vom letzten Semester noch da sind, aufgrund der fehlenden Verknüpfung durch Brad nicht mehr so interessant, irgendwie. Macht aber nichts – Spaß hab ich natürlich trotzdem.
Brad fehlt mir allerdings dennoch. Klar hat er manchmal genervt, er war manchmal etwas pubertär – und wenn ich weiter drüber nachdenke, fallen bestimmt noch viele Dinge ein, die ich störend fand, aber dennoch fehlt er mir.
Am vergangenen Montag ist Brad einfach in meiner Wohnung aufgetaucht. Erst dachte ich, ich sei am Halluzinieren, aber er war echt da. Hat nichts angekündigt und ist einfach spontan auf seinen Reisen durch Zentral- und Nordamerika nochmal nach Knoxville zurückgekehrt. Er war bis Mittwochmorgen hier, und es war echt toll, einfach über “alte Zeiten” zu sprechen, Spaß zu haben, zu quatschen.
Insgesamt glaube ich, dass der alte Zimmergenosse besser war, als der neue es ist (wobei sich da ja noch unfassbare Abgründe auftun könnten!), aber dieses Semester gefällt mir der Freundeskreis irgendwie besser. Ich bin gespannt, was ich nach dem Semester darüber denke. Und, am allermeisten interessant: Mal sehen, mit wem man dann weiterhin in Kontakt steht und mit wem nicht. Das ist ja immer so ne Sache.
von Thomas am 28.1.2010, um 16:35
Tennessee ist Football-Land, wenn ihr euch an den Eintrag vom letzten Semester erinnert. Viele sind viel besser informiert und stärker in das ganze investiert, hier also ein Bisschen Hintergrundinformation.
Letzten Winter, irgendwann im Dezember oder Januar oder so, feuerte meine Uni ihren Football-Trainer. Philipp Fulmer (nach dem hier eine Straße benannt ist!), der hier über 20 Jahre Trainer war, hatte die letzten paar Jahre nur noch mittelmäßige Resultate erzielt und wurde somit entlassen. Sein Nachfolger wurde ein Mann namens Lane Kiffin.
Ich fand den Namen direkt amüsant, aber er wirkte wie einer, der weiß, wovon er redet und der ein Footballteam trainieren kann. Ich hatte keine Ahnung von den Skandalen, die er mitgebracht hatte.
Er hatte andere Trainer des Regelbruches bei der Rekrutierung von High School-Footballspielern beschuldigt, obwohl er diese Regeln selbst verletzt hatte (er setzte wohl illegale “Hostessen” ein, um die Spieler zu ködern, was direkt Prostitutionsvorwürfe nach sich zog) und war generell ein ziemlich großmäuliger Mensch. Aber das macht man ja im Football so. Aggressiv sein, große Töne spucken, lauter sein als die anderen.
Dann spielte Lane Kiffins Team eine grauenvolle Saison. Wir haben gegen kein einziges gutes Team gewonnen, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, und das Abschlussspiel (ein so genanntes “Bowl Game”) verloren wir ebenfalls. Dann kam der Knüller. Lane Kiffin, der den Footballsport hier wieder auf die richtige Spur bringen sollte, warf nach nur einer Saison die Flinte ins Korn.
Wurscht, oder? Trainer werden doch ständig ausgetauscht? Nee, nicht wurscht. Lane Kiffin ist nun ein Hassobjekt. Studenten gingen auf die Straße, zündeten Matratzen an und sprachen tagelang über nichts anderes.
Ich fand das eher nervig. Ich bin auch nicht mit auf die Straße gegangen. Warum auch? Mir ist Football dafür einfach nicht wichtig genug. Aber das ganze bekräftigt nochmals, welchen Stellenwert der Sport hier hat, und denkt daran: Das sind nichtmal Profis, um die es hier geht.
von Thomas am 23.1.2010, um 15:42
Ich war mir so sicher! So sicher! dass mein Stundenplan feststand. Dann habe ich den letzten Syllabus (Kursplan mit Leistungserwartungen) bekommen, und “Magazine and Feature Writing” hätte mir vermutlich logistisch das Genick gebrochen.
Die Menge an Interviews, die ich hätte führen müssen, und die Anzahl an langen, langen Beiträgen, die ich hätte verfassen müssen, wäre immens gewesen. So immens, dass – gekoppelt mit der Uhrzeit von 9.05 am Morgen – ich mir überlegt habe, ob das echt sein muss.
Mit vier Kursen (12 Semesterwochenstunden) ist man hier ein Vollzeitstudent. Mehr als 19 Stunden sind überhaupt nicht erlaubt, und von 15 wird einem sogar abgeraten. Zwei schreibintensive Kurse, so sagte mir Annika, würden sehr viel Zeit kosten.
Also hab ich ihn rausgeschmissen. Ja, ich weiß, das ist irgendwie eine Tendenz von mir. Dinge anfangen und nicht zu Ende bringen. Blöd, ich weiß. Nützt aber nix. Ist getan. Mach ich auch nicht wieder rückgängig.
“Magazine and Feature Writing” war einer der Kurse, wo der Dozent nur vorne sitzt und labert. Einer der Dozenten mit einer dröhnigen Stimme, die einem nur die Konzentration rauben kann. Warum mich foltern? Die anderen Kurse bekomme ich garantiert anerkannt, und das sind immerhin vier Stück.
Ich rechtfertige mich, merkt ihr das? Das liegt daran, dass ich doch ein wenig das Gefühl habe, wieder den Schlendrian einsetzen zu lassen. Aber hey, ich bin nicht nur zum arbeiten hier (wieder gerechtfertigt!).
In jedem Fall steht mir jetzt ein wenig mehr Freizeit zur Verfügung. Das ist auch ganz gut so, denn auch mit vier Kursen habe ich alle Hände voll zu tun. Diese Kurse sind, wie auch letztes Semester, alle sehr leseintensiv, werden (bis auf einen) allesamt eine Hausarbeit fordern und alle (bis auf einen) eine große Abschlussklausur nach sich ziehen. Reicht also.
Ich habe die Woche über nicht gebloggt, weil die Woche über meine Bücher angekommen sind, die ich für meine Kurse brauche. Das gute daran ist, ich kann endlich die Bücher lesen (von denen einige sogar sehr gut sind – ja, Fachbücher!). Das schlechte daran ist, dass ich für vier Kurse Lesearbeit nachholen muss, zuzüglich zu den anderen Aufgaben, die wir für die Kurse so haben. Darum also fast eine Woche lang Funkstille. Aber ich hoffe, es war allen klar, dass ich nicht täglich bloggen würde. So viel will vermutlich auch kein Mensch von mir lesen
von Annika am 19.1.2010, um 00:22
Da ich nun schon eine Woche wieder in Texas bin, wird es mal Zeit für einen Blogeintrag. Mein zweites Semester hier hat bereits angefangen und ich muss mich nach den drei Wochen Ferien erst mal wieder dran gewöhnen jeden Tag brav meine Hausaufgaben zu machen und meine Essays zu schreiben. Mit meiner Kurswahl dieses Semester bin ich sehr zufrieden, denn sie sind thematisch interessant und die Profs sind bisher auch sehr nett. Hier eine Liste meiner Kurse:
1. Advanced Journalism: Dieser Kurs ist der zweite Teil eines Kurses den ich letztes Semester belegt habe und er wird für mich auf jeden Fall eine große Herausforderung sein. Während des Semesters muss jeder Student ( politisch korrekt: Studierende) seine eigene Homepage erstellen und darauf Nachrichten (in Wort, Bild und Video) aus der Region veröffentlichen. Da ich keine Ahnung davon habe wie man eine Homepage macht, hoffe ich sehr, dass mir das irgendwie gelingt, und dass nicht vorausgesetzt wird, dass man schon ein Computerexperte ist. Jedenfalls dachte ich mir, ein paar Computerkenntisse können in der Zukunft ja nicht schaden und deshalb nehme ich diese Herausforderung einfach mal an.
2. Media Law: Hier lerne ich hauptsächlich was über Copyright, Trademarks, The First Amendment, Patente, Wettbewerb bla bla bla… eben alles was ein Journalist über das Gesetz wissen sollte. Bezieht sich natürlich alles auf Amerika, das heißt wenn ich das jemals anwenden will muss ich auswandern. Oder in Deutschland noch mal alles neu lernen. Aber interessant ist es auf jeden Fall.
3. Advertising and Promotional Strategies: Der erste Kurs in meiner gesamten Unikarriere, der sich so anhört als ob man mit dem Gelernten später mal was verdienen könnte. Da es in Trier sowas nicht gibt dachte ich mir, ich nutze das Angebot hier aus und lerne mal was Sinnvolles. Im Laufe des Semesters werden wir eine Werbekampagne für ein Theater hier in der Region entwickeln. Wenn ich merke, dass mir das liegt, wird es ja vielleicht wirklich was mit meinem Vorhaben mal die Werbechefin von Coca-Cola zu werden
4. Documentary Photography: Hier lerne ich, wie man fotografiert. Und zwar professionell. Der Kurs ist auf Fotojournalismus ausgelegt, das heißt es geht weniger drum ein Kunstwerk zu erschaffen, als darum, gute Bilder für die Zeitung oder eine Zeitschrift zu produzieren.
5. Media and Popular Culture: Wie der Titel schon sagt, hier gehts um Pop Kultur und die Medien. Wo genau der Kurs mich hinführt kann ich nicht sagen, aber es hat schon sehr interessant angefangen, mit dem Thema Gewalt in den Medien. Meine erste Hausaufgabe bestand darin, vier gewalttätige Videospiele zu spielen und danach in einem Internetforum darüber zu diskutieren, wie man sich dabei gefühlt hat. Ich als militante Nicht-Spielerin habe nun also zum ersten Mal am Bildschirm Zombies geschlachtet. Wird glaub ich aber nicht meine neue Lieblingsbeschäftgung.
Das sind also meine Kurse für das nächste Semester. Ich glaube es wird sehr arbeitsintensiv, aber wenn die Kurse Spaß machen, macht das ja nichts.
Nun aber mal zu unserem Urlaub, der für meinen Geschmack schon wieder viel zu lange her ist und außerdem viel zu kurz gedauert hat. Wie die meisten Leser ja sicher wissen, war ich über Weihnachten und Silvester mit Tom, Kathi und Lukas in New York, wo wir ein kleines aber feines Apartment gemietet hatten. Der Urlaub war toll und wir haben unheimlich viel gesehen (ich werde jetzt aber nicht alles im Detail aufzählen – die typischen New York Touri-Dinge eben). Es war unglaublich kalt, sodass wir uns täglich auf unseren Sightseeing-Touren in den nächsten Starbucks retten mussten um nicht zu erfrieren aber ich glaube wir haben trotzdem alles gesehen, was wir sehen wollten und viel Spaß gehabt.
 

Natürlich haben wir auch den großen Weihnachtsbaum angeschaut, den man aus den Filmen kennt. Leider sah er in natura nicht sooo beeindruckend aus, zumindest waren Kathi und ich nicht wirklich überzeugt (stimmt’s Kathi?). Es kann auch einfach daran gelegen haben, dass der Platz total mit Menschen vorgestopft war, die rumgeschrien und fotografiert haben, und da kommt eben einfach nicht so die Weihnachtsstimmung auf. Times Square – auf dem Bild direkt daneben- war dafür genaus so, wie ich es mir vorgestellt habe: Bunt, laut und voller Menschen und Werbung. Der Weihnachtsmann – im Bild ganz rechts – hat uns zum Glück auch in New York gefunden.
Meiner Meinung nach eines der Highlights unseres New York Aufenthaltes war der Besuch bei Madame Tussauds, wo wir alle viel Spaß dabei hatten mit den Wachs-Berühmtheiten Fotos zu machen.
  
Die meiste Zeit (von unserem Apartment abgesehen) haben wir allerdings in öffentlichen Verkehrsmitteln verbracht, denn auch wenn New York gut vernetzt ist, dauert es ziemlich lange um vom einen Ende zum anderen zu kommen. Es war trotzdem so ein tolles Gefühl nach den Monaten in der Pampa mal wieder eine U-Bahn und andere Menschen zu sehen. Zivilisation ist schon was Tolles.
 
Am 4. Januar war es schließlich für Lukas und Kathi Zeit den Heimweg anzutreten. Mit gefühlten 37 Koffern haben sich die beiden also auf den Weg nach Washington gemacht um von dort aus nach Wien zu fliegen. Tom und ich haben dann noch eine Woche in Pennsylvania verbracht und waren einen Tag Skifahren/Snowboarden und dann gings für mich auch schon wieder zurück nach Texas. Hier wurde ich direkt von diesem tollen, leider verspäteten und etwas misshandelten Weihnachtsgeschenk von der lieben C begrüßt.
 
Ob das wohl die Deutsche oder die Amerikanische Post zu verschulden hat? Egal – der Inhalt war köstlich. Im übrigen will ich mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die mir zu Weihnachten was geschickt haben. Wir ihr auf dem rechten Bild sehen könnt, war mein Schreibtisch vor Weihnachten gefüllt mit allerlei tollen und leckeren Sachen: Lebkuchen von meinem Bruderherz, einem Adventskalender von Toms Mama, und einem Mini-Adventskalender und Mini-Adventskranz von Emmpunkt Frohsinn.
Jetzt freue ich mich aber erstmal auf den Frühling. Der soll ja hier schon im Februar anfangen.
Machts gut!
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